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Grünheide: Erzieher soll kleinen Jungen getreten haben
Foto: DieRandberliner
Grünheide

Erzieher soll kleinen Jungen getreten haben

In Grünheide ist ein weiterer Verdachtsfall von Kindeswohlgefährdung gemeldet worden. Gegen den betreffenden Erzieher, der ein Kind in der Kita Kunterbunt getreten haben soll, wird ermittelt.

12. März 2024   Lesezeit: 3 Min.
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Zwischenablage
Grünheide: Erzieher soll kleinen Jungen getreten haben
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Die Ermittlungen zu den Verdachtsfällen der Kindeswohlgefährdung in der Kageler Kita Wasserfrösche und der ehemaligen Kita Traumland sind noch gar nicht abgeschlossen, da wird ein neuer Verdachtsfall von Kindeswohlgefährdung in Grünheide bekannt. Dieses Mal betrifft es die kommunale Kindertagesstätte Kinderhaus „Kunterbunt“ auf dem Löcknitzcampus.

Ein neu eingestellter Kita-Erzieher soll Anfang November 2023 nach übereinstimmenden Aussagen von Quellen, Gewalt gegenüber einem kleinen Jungen angewandt haben. Genauer, er habe ihn „mit voller Wucht“ getreten. Auslöser soll das Spiel mit einer goldenen Murmel gewesen sein, die der Junge immer als seinen „Schatz“ bezeichnet habe.

Der Erzieher habe mehrmals die Murmel weggeworfen und der Junge musste sie wiederholen. Währenddessen habe sich die Stimmung aufgeheizt und der kleine Junge trat letztlich den Erzieher. Dieser soll vor den Augen von Kollegen zurückgetreten haben.

Doch das sei nicht der einzige beobachtete Vorfall mit dem besagten Erzieher gewesen, der damals noch in der Probezeit war. Manche Kinder habe er auf dem Kieker gehabt, habe sie in Räume eingesperrt und sich darüber „kaputt gelacht“. Wenn ein Mädchen weinte, brüllte er sie von oben herab an und drohte, mit der Mutter zu sprechen.

Ein anderes Mädchen habe er am Arm gepackt und „hinter sich hergeschliffen“, als sie nicht mitkommen wollte. Das Kind habe geschrien, dass er sie loslassen soll und sich schwer gemacht. Sprich, zum Erziehungs-Repertoire des als „cholerisch“ beschriebenen Mannes soll nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch psychische Gewalt, wie Beschämung und Anschreien, gehört haben.

„Nach derzeitigem Erkenntnisstand steht noch nicht fest, ob von kindeswohlgefährdenden Ereignissen auszugehen ist“, schreibt Pressesprecherin Ulrike Grönefeld. „Angaben, die auf konkrete körperliche oder seelische Schädigungen betroffener Kinder als Folge der gemeldeten Ereignisse schließen lassen, liegen nicht vor.“

Kita in Grünheide: Zwei Strafanzeigen bei der Polizei gestellt

Bei der Polizei wurden in Bezug auf das Kinderhaus Kunterbunt Anfang November zwei Strafanzeigen gestellt, bestätigte Pressesprecher Stefan Möhwald. Die Verantwortlichen der Kita hätten sich „umgehend“ an die Polizei gewandt, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden seien. „Die zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wird die Ermittlungsergebnisse zeitnah rechtlich bewerten und über weitere Schritte entscheiden“, hieß es vonseiten der Strafverfolgungsbehörden. Man könne sich derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht ausführlicher äußern.

Schöneiche entlässt Erzieher ebenfalls in Probezeit

Nach unseren Informationen ist der Erzieher in Grünheide seit dem Vorfall nicht mehr im Dienst, denn ab Anfang Januar 2024 trat dieser gleich einen neuen Job in der Integrations-Kita Pusteblume in Schöneiche an. Bürgermeister Ralf Steinbrück (SPD) wurde durch die MOZ-Anfrage überrascht: „Ja, es ist korrekt, dass die Gemeinde seit 1. Januar einen neuen Erzieher in der Kita Pusteblume beschäftigt“, sagte er, jedoch: „Der Gemeinde war nicht bekannt, dass möglicherweise ein Ermittlungsverfahren gegen diese Person läuft.“

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